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Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava

 

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Falko  (D 10613)

Dec 12, 2005, 6:53 AM
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Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava Can't Post

Wer bei der SiTa 2005 war hat es ja schon gesehen. Die Präsentation ist jetzt auch im Download-Bereich auf der DFV-Homepage verfügbar:

Sicheres Kappenfliegen (PDF-Datei, 74kB)

Jetzt die Fragen:

1) Was haltet ihr davon?
2) Sollte so eine Regelung auch in Deutschland zur Vorschrift werden?


Waldschrat

Dec 12, 2005, 7:16 AM
Post #2 of 45 (4258 views)
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Re: [Falko] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Nichts, denn dann könnte ich meine heissgeliebte Ellipse vergessen.Mad

Aber mal kurz gefragt: Wenn ich die entsprechenden Kriterien nicht erfülle, darf ich dann in Empuria nicht mit meinem System springen?


FrancoR

Dec 12, 2005, 8:12 AM
Post #3 of 45 (4227 views)
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Re: [Waldschrat] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
Nichts, denn dann könnte ich meine heissgeliebte Ellipse vergessen.Mad

Sicher? Mit deinem Springo bei 1,35 Wl dürftest du gerade noch springen wenn du die Kriterien auf S.13 "Fortgeschritten" erfüllt. Es sei den du hast tatsächlich...
weniger als 200 Sprünge gesamt
oder
weniger als 25 Sprünge pro Jahr in den letzten 4 Jahren
oder
weniger als 50 Sprünge pro Jahr in den letzten 2 Jahren

und das sind ja nun wirklich keine Anforderungen.

Ansonsten hast du unter dem Springo bei 1,35 IMHO nix zu suchen.
Hab schon leute unter nem Springo aufschlagen sehen, siehe incidents.

Franco

Edit:
zu 1.
Find ich gut

zu 2.
Ja, das geht jetzt schon zu lange, Eigenverantwortung hat nicht funktioniert.


(This post was edited by FrancoR on Dec 12, 2005, 8:26 AM)


badlock

Dec 12, 2005, 8:39 AM
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Re: [FrancoR] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ich kann nur soviel sagen: Mir wurde mein Schirm von meinem Sprunglehrer (und Ausbildungsleiter) empfohlen.
Mit einer derartigen WL-Beschränkung müsste ich das Gerät faktisch abgeben, wozu ich bestimmt nicht bereit wäre.
Wenn sowas eintreten sollte, würde ich daher den Sport mit ziemlicher Sicherheit an den Nagel hängen.


Falko  (D 10613)

Dec 12, 2005, 8:51 AM
Post #5 of 45 (4203 views)
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Re: [badlock] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
Mit einer derartigen WL-Beschränkung müsste ich das Gerät faktisch abgeben, wozu ich bestimmt nicht bereit wäre.
Wenn sowas eintreten sollte, würde ich daher den Sport mit ziemlicher Sicherheit an den Nagel hängen.
Du behälst also dein Rig aber hörst mit dem Sport auf? Wie passt dass denn zusammen? Rig nur noch zum kuscheln? Sly SCNR


(This post was edited by Falko on Dec 12, 2005, 8:57 AM)


FrancoR

Dec 12, 2005, 9:25 AM
Post #6 of 45 (4185 views)
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Re: [badlock] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
Ich kann nur soviel sagen: Mir wurde mein Schirm von meinem Sprunglehrer (und Ausbildungsleiter) empfohlen.
Mit einer derartigen WL-Beschränkung müsste ich das Gerät faktisch abgeben, wozu ich bestimmt nicht bereit wäre.
Wenn sowas eintreten sollte, würde ich daher den Sport mit ziemlicher Sicherheit an den Nagel hängen.

Es sind schon wesentlich restriktivere Empfehlungen als die der SFS unter anderem von richtig erfahrenen Springern aufgestellt worden (z.B. Brian Germain).
IMHO muss man leider manchmal hinterfragen was einem empfohlen wird.

Seit dem die Regelung gilt haben sich dort die Low turn Unfälle halbiert. Wenn die Regelung also verhindert das Leute nicht (zu kleine Schirme) springen die die Statistik bisher so versaut haben dann kannst du dir überlegen wie gefährlich du eigentlich lebst. So viele so krasse Ausreißer von allen WL Empfehlungen sind nicht so häufig.

Stimmt dein Profil?

Gruss

Franco


(This post was edited by FrancoR on Dec 12, 2005, 9:33 AM)


Zettel

Dec 12, 2005, 9:59 AM
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Re: [Falko] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ich glaube nicht, dass man Menschen in Excel-Tabellen ordnen sollte oder kann.
Ausserdem sollte man nicht aus den Augen verlieren,
wo bei der Sache finanzielle Interessen die eigentliche Triebfeder sind.


Falko  (D 10613)

Dec 12, 2005, 10:23 AM
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Re: [Zettel] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
Ich glaube nicht, dass man Menschen in Excel-Tabellen ordnen sollte oder kann.
Das ist ein Argument.
Ich bin mir da im Moment auch nicht so sicher... man kann vielleicht Menschen nicht mathematisch beschreiben, aber Erfahrungswerte. Das wird zwar dem Einzelnen nicht gerecht, aber der Allgemeinheit hilft es vielleicht?
Also landet man wieder bei der Frage, ob man zum Schutze weniger (stark gefährdeter)die Freiheit aller beschneiden sollte. Unsure

In reply to:
Ausserdem sollte man nicht aus den Augen verlieren, wo bei der Sache finanzielle Interessen die eigentliche Triebfeder sind.
Ein gewisses Eigeninteresse der SFS mag sicher eine Rolle spielen, aber wer ist schon 100% selbstlos? Solange vom Ergebnis alle profitieren, hab ich da kein Problem mit. Es muss halt von der Mehrheit gewollt sein... das versuche ich gerade mal zu "erschnüffeln", wie da so die Meinungen liegen.


FrancoR

Dec 12, 2005, 10:45 AM
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Re: [Zettel] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
Ich glaube nicht, dass man Menschen in Excel-Tabellen ordnen sollte oder kann.

Lieder muss Helmut Bastuk das jedes Jahr auf der Sicherheitstagung tun.
http://www.fallschirmsportverband.de/...ituation-Bastuck.pdf (ab S. 9)
Aber du hast das sicher anders gemeint.
Man ordnet Sprungzahlen, Erfahrung und WL nicht Menschen, leider hängen an den gleichen Zahlen auch die Egos vieler Springer.

In reply to:
Ausserdem sollte man nicht aus den Augen verlieren,
wo bei der Sache finanzielle Interessen die eigentliche Triebfeder sind.

Stimmt, das kann man so verstehen wie Falko es verstanden hat. Allerdings gibts auch Gegner einer solchen Regelung mit finaziellen Interessen, nämlich alle die, die an kleineren Schirmen verdienen.

Gruss

Franco


josef

Dec 12, 2005, 11:47 AM
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Re: [FrancoR] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Zur Erinnerung:
Ausbildungshandbuch Teil I 3.1.2.
"Flächenhauptfallschirme für Schüler bzw. Anfänger ab dem 10. Sprung.....sollten bei ZP mit max. 1.3 lbs/ft2 belastet werden. Auf eine ausreichende Gesamtlänge der Steuerleinen ist zusätzlich zu achten.
Bin gespannt, wann Helmut zurückrudert.


audacium  (D License)

Dec 12, 2005, 3:09 PM
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Re: [FrancoR] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:

Seit dem die Regelung gilt haben sich dort die Low turn Unfälle halbiert. Wenn die Regelung also
[..]

Vorweg: Die Feststellung, dass viele Springer mit ihrem WL zu forsch voranschreiten, kann ich nur unterstuetzen.

Aber dass sich die Low Turn Unfaelle wegen der Regelungen halbiert haben (das klingt ja im obigen Zitat an), das kann man zumindest aus den paar Daten in der Praesentation alleine nicht folgern. Erstens haette ich auch gerne die Statistiken vor 2000 (vielleicht waren die low turn Unfaelle auch schon einmal deutlich geringer?), und zweitens wuerde ich auch gerne die WL samt Sprungerfahrung zu den Unfaellen wissen...vielleicht kommt ja heraus, dass alle Unfaelle passiert sind, obwohl die betroffenen Springer den jetzt vorgeschlagenen Regeln entsprochen haben?

Etwas anderes ist natuerlich die moegliche Feststellung der Lehrer vor Ort, dass sich die Qualitaet der Landungen etc. durch die neuen Regelungen tatsaechlich veraendert hat. Dass dem so ist, kann ich mir gut vorstellen. Nur haette ich dann eben gerne auch die passenden Daten dazu (dann hat die Botschaft noch eine ganz andere Kraft).

Ich finde die Regelungen in der Form ganz in Ordnung. Generell halte ich es zwar mir der Einstellung, dass jeder fuer sich selbst verantwortlich ist, aber ich bin auch kein Dropzone-Betreiber und ich habe auch noch niemanden einschlagen sehen.

Interessieren wuerde mich aber trotzdem einmal, ob es irgendwo aussagekraeftige und verlaessliche Statistiken gibt, die eventuelle Zusammenhaenge zwischen Sprungzahl, WL, Erfahrung und Landeunfaellen aufzeigen koennen. Man hoert viel, und ich persoenlich glaube es auch sehr gerne, aber es fehlt mir die Datenbasis (wie es sie bspw. im Autoverkehr bzgl Unfallhaeufigkeit von 18-24jaehrigen
gibt). Anders herum: Fuer meinen Geschmack schlagen zu viele skygods und konservative Springer ein, als dass WL alleine alles erklaeren koennte.

Denn klar scheint...WL ist nur ein Faktor, wenn auch wahrscheinlich ein wichtiger. Insofern ist der Ansatz aus Empuria, das ganze mit einer besseren Kappenschulung zu verbinden, sehr zu begruessen!

Aber betreffend wingload: Mir kommen die Regelungen nicht besonders restriktiv vor, bzw., sie decken sich recht gut mit meinen persoenlichen Erfahrungen. Dass jemand mit 50 Spruengen nicht grossartig ueber WL 1,0 fliegen sollte...passt doch. Dass jemand mit 150 Spruengen nicht unbedingt schon WL 1,5 haben muss, finde ich auch nicht besonders boese oder einschraenkend. Dass jemand mit 300 Spruengen noch warten kann, bis er am Katana mit WL 1,8 herunterfaellt wie ein Stein...hm...finde ich auch nicht uebermaessig hart.

Dessen ungeachtet glaube ich aber nicht, dass das unbedingt als Gesetz oder feste Vorschrift eingefuehrt werden sollte. Faehigkeit ist individuell, und es gibt halt auch besonders begabte Springer, die ihren Schirm schneller verstehen und beherrschen als andere. Eine Soll-Vorschrift, die konsequent gleich in der AFF-Ausbildung dargelegt wird, wuerde schon sehr viel bewirken, ohne gleich die Entscheidungsfreiheit komplett wegzunehmen.

Generell halte ich die Faehigkeiten am Schirm oft fuer beklagenswert und kann daher vor allem eine bessere und intensivere Schulung nur begruessen. Alleine schon das Durcheinander, das manchmal bei Landeanfluegen herrscht, treibt mich zu bewussten Aussenlandungen bzw. Landungen weit von der Halle entfernt. Dass manche Menschen nicht einmal so einfache Sachen wie downwind-baseleg-final verstehen oder verstehen wollen, geht mir zwar nicht in den Kopf, aber ich vermeide moeglichst, ein Opfer solcher Leute zu werden.

Und das hat mE viel damit zu tun, dass die Schirmfahrt in der Ausbildung oft sehr stiefmuetterlich behandelt wird. Der / die SchuelerIn ist vollauf damit beschaeftigt, stabil zu fallen und die Aufgaben der einzelnen Level zu erfuellen. Wenn man dann nach Schirmoeffnung so vollgepumpt mit Adrenalin ist, dass man auch eine riesige Landewiese verfehlt, wird das oft einfach so hingenommen. Und die Kriterien zur Lizenzerlangung...also bitte, die sind ja wirklich nicht so hammerschwer.

Vielleicht wird es Zeit, strengere Kriterien zur Schirmfahrt und Landung gleich zu Beginn der Ausbildung einzufuehren, das wuerde hoffentlich das Bewusstsein schaerfen. Vielleicht kaeme dann die vielbeschworene Eigenverantwortung spaeter im Springerleben besser zum Zuge. Denn nur, wenn man Bescheid weiss, kann man eigenverantwortlich handeln. Es folgt zwar auch eine Pflicht zum eigenverantwortlichen Wissenserwerb, aber nicht umsonst gibt es Schulpflicht und solche Dinge Tongue. Und zu Beginn muss eben u.U. die zwangsweise Wissensverabreichung zur Schirmschulung verschaerft werden Smile.


(This post was edited by audacium on Dec 12, 2005, 3:23 PM)


StefB

Dec 13, 2005, 12:44 AM
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Re: [badlock] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Wieso?

Nach dem Modell von Reinier (Folie 7 und 13) musst du eine bestimmte Leistung bringen und dir die von einem "Canopy Piloting"-Lehrer abzeichnen lassen. Mit dem Nachweis könntest du deinen Schirm weiter verwenden.

Die Leistung an sich... ich finde es erschreckend, wenn jemand mit einem derartigen WL diese Leistung nicht bringt.

Spannend wird es, ob sich viele nationale/internationale DZs ggf. unter Moderation der Verbände auf dieses oder ein ähnliches Modell einigen können und wie/wann die CP-Schulen/CP-Lehrer auf einen einheitlichen Stand gebracht werden, damit die Nachweise von Platz A am Platz B anerkannt werden. Nicht dass man an jeder DZ erstmal 10 Nachweissprünge machen darf...

Blue Skies
Stefan


(This post was edited by StefB on Dec 13, 2005, 12:50 AM)


Mutter_Theresa

Dec 13, 2005, 12:50 AM
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Re: [Falko] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Mich würde bei der Sache mal interessieren, ob es da auch eine "Bestandsregelung" geben würde / müsste.

Ich z.B. hab derzeit knapp 250 Sprünge und springe einen Nitro 150 (WL1,5). Wäre also nach o.g. Regelungen ein Problem.

Allerdings springe ich die Kappe seit gut 100 Sprüngen ohne Probleme (nein, ich hooke nicht). Sollte mir die Kappe dann trotzdem verboten werden ??? Ich denke nein und das nicht nur aus Eigennutz.

Interessant wäre da auch die Frage, wie es sich verhält, wenn man an eine fremde DZ kommt. An der Home-DZ kennt einen jeder, man kann die Leute einschätzen bzw. eingeschätzt werden. Aber auf fremden DZs ist evtl. der einzige Anhaltspunkt das Sprungbuch. Und das sagt allenfalls etwas über die Sprunganzahl aber nichts über die Fähigkeiten aus. Sollte ein Springer dann aufgrund seines WLs gegrounded werden oder muss man dann eine Bescheinigung seiner Home-DZ mitbringen, dass man ohne Probleme den WL sicher beherrscht ?

Empfehlungen sind sinnvoll, aber starre Ge- und Verbote gehen zu wenig auf den menschlichen Faktor ein. Insofern stimme ich audacium da zu.

BlueS
Dirk


TV1  (D 2227)

Dec 13, 2005, 1:57 AM
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Re: [Mutter_Theresa] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

...und noch ne Regelung....!
Das ist ja alles gut und schön, aber helfen tut das alles nichts. - Ich greif mal in die Vollen: 1. Abteilung: Geld verdienen mit kleineren Kappen: Immer ist der Händler schuld. Nicht derjenige, der unbedingt so ein Teil haben will... Manchmal "bespricht" man die Leute wie blöde, nur damit sie auch EINSEHEN, dass diese oder jene Kappe noch zu klein ist. (in den Augen dieser Leute ist man dann ja noch uncool, hat keine Ahnung oder ist einfach nur konservativ Unimpressed)
2. Abteilung: Regeln ! Wir haben genug Regeln! Ich kann Euch überschütten mit Regeln! Egal ob verbandsseitig oder am Platz. Wir haben Regeln zur Staffelung, zu den Landepattern und was weiss ich noch.... Und? Halten sich da alle dran?? Natürlich nicht. Weil: Ist doch gut gegangen, und warum regt sich der Sprungdienstleiter so auf??? Gehe ich eben woanders hin, wo ich nicht reglementiert werde....
das Ganze würede eh nur klappen, wenn die Regel 1. überall gnadenlos durchgezogen wird und 2. auch genauso gnadenlos sanktioniert wird. (z.B. Platzverbot...) - Womit die Sache dann schon wieder gestorben sein dürfte, weil man das nicht flächendeckend hinbekommen wird.
- Ein wichtiges Instrument ist ein größeres Augenmerk auf die Kappenschulung. Das ist schon mal ein Ansatz. Aber auch das hilft nur bedingt: Es geht hier ja nicht nur um Anfänger, sondern auch um Leute, die es eigentlich wissen oder wissen sollten. Also die Leute, die genau wissen, warum sie jetzt nicht die letzte Kurve hinbekommen und warum es gleich so richtig wehtun wird. "Ich habe schon in der Luft gesehen, das es nicht reicht..."
Vielleicht sollte man mal die (leider selbst erlebten) Geschichten erzählen, von Springern, denen am Unfallort, beim Warten auf das Eintreffen des Rettungshubschraubers das Gefühl aus den Füssen weggeht (Dauerhafte Lähmung ab Hals....) oder die mit schweren Schädelverletzungen am Boden liegen und denen man die Zunge aus dem Gaumen heraushalten muss, damit sie nicht ersticken... (etwas in der Art...) (Übrigens: bei beiden Fällen war die Kappe im Gewichtslimit... zu tief eingedreht mit zu starkem Toggelinput) Sorry, aber muss wohl mal sein.
Und trotzdem: Die Regel ist nicht das Problem, sondern die Durchsetzung der Einhaltung. - Ich möchte keine Platzscherrifs am Platz. Die Frage ist also: wie bekomme ich mehr Hirn in die Leute?? Antwort: Ausbildung....dauerhaftes und immer wiederkehrendes Besprechen der sich permanent entladenden Festplatte... !


Merkur  (D 27990)

Dec 13, 2005, 2:31 AM
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Re: [Falko] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ich bin heute noch ein bischen müde - kan mir mal jemand die Grafik erklären (seite 7)?
Wie kommen die dort auf max 1,8? Weil das die obere Grenze für Erfahren ist?
Und wo würde ein Springer mit 5000 Sprüngen sein, der in den letzten 4 Jahren (aus welchen Gründen auch immer) lediglich 12 Sprünge pro Jahr zur Scheinerhaltung gemacht hat. Es heisst ja auf der Folie, höchstes Resultat zählt - müsste nicht der äusserst rechte Wert (Durchschnitt letzte 2 Jahre) der ausschlaggebende sein?

Zum Ausbildungskonzept:
Besteht hier nicht die Gefahr, dass man sich einen Markt schafft, in dem ich "den Kunden" zwinge, eine Ausbildung zu absolvieren?
Noch ein Gedanke: Wozu Mitwindlandungen, wenn ich meine Kappe (welches WL auch immer ) im "klassischen" Landen beherrsche und auch Crosswind im Griff habe?

Grüße,
M.


wimdevos

Dec 13, 2005, 2:41 AM
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Re: [Merkur] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Füllt dieses mal aus und schaut was dort rauskommt:

www.parachute.nl/kompasroos/indexpop.htm

Ich glaube das es als Richtlinie / Endscheidungshilfe sehr gut brauchbar ist!

1)Hoeveel sprongen heb je tot nu toe gemaakt?
Wie viele Sprünge hast Du bis jetzt

2)Hoeveel sprongen heb je in de laatste 12 maanden gemaakt
Wie viele davon in den Letzten 12Monaten

3) Wat is je lichaamsgewicht in hele kilo's
Dein Gewicht in Kilogramm

4)Wat is het gewicht van je complete setje?
Wie schwer ist dein Komplettes Gurtzeug

5) Spring je wel eens met lood?

Springst Du manchmal mit Blei

Usw.

So schwierig ist niederländisch auch wieder nicht....


Waldschrat

Dec 13, 2005, 2:53 AM
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Re: [wimdevos] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Naja Wim, euer bekanntermaßen restriktiveres Modell, greift ja auch noch in die Schirmwahl ansich ein.
Da dürfte ich ja höchstens einen sabre2 bis 1,3 fliegen.

Gibt es ja auch erst seit 2 Jahren, insofern ich weiß......


(This post was edited by Waldschrat on Dec 13, 2005, 2:55 AM)


BOSS  (D 11634)

Dec 13, 2005, 3:10 AM
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Re: [Falko] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ist längst überfällig!!

Da es immer wieder Unbelehrbare gibt, die sich und andere mit zu schnellem Downsizen gefährden.

Die Holländer die ja sonst sehr Liberal denken haben ein vergleichbares System schon seit 3 Jahren.

Gruß
Gerhard


StefB

Dec 13, 2005, 3:44 AM
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Re: [Merkur] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Mag ich eigentlich nicht - Ideen von anderen "verteidigen"...

Also lies die drei Y-Beschriftungen in ihrer Wertigkeit von links nach rechts zunehmend und dann macht es Sinn.

5000 Sprünge und im letzten Jahr regelmäßig gesprungen: EXPERTE, d.h. WL > 1.8 möglich.

Niedrige Sprungzahl im letzten 4/2 Jahresdurchschnitt: Kann im WL eingeschränkt werden. Auf welche WL ist von den Durchschnitten abhängig.

Betrachtet man Angebot und Nachfrage ist der Markt schon da. Jetzt ist der Zeitpunkt über Qualitätskriterien nachzudenken.

CU
Stefan


Merkur  (D 27990)

Dec 13, 2005, 4:29 AM
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Re: [StefB] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Hi Stefan,
danke. So habe ich es eigentlich auch verstanden, dass die äusserst rechte die ausschlaggebende sein sollte. Nur auf der Folie steht, dass der höchste Wert gilt.

Natürlich ist der Markt da, ich bin mir nur nicht sicher, ob man es verpflichtend machen soll, an so einem Kurs teilnehmen zu müssen.
Ich bin nach diesem Modell momentan gerade grenzwertig am Limit - trozdem weisst Du, dass ich in den Zielkreis komme, wenn ich will und das ohne mich oder ander zu gefährden.
Ich möchte aber z.B. keine Mitwindlandungen machen müssen.
Ich werde auch noch so ein Seminar besuchen - aber auch hier, nicht besuchen müssen.
Das wäre vergleichbar mit verpflichtendem Fahrertraining für z.B. Porschefahrer. Sicherlich nicht schädlich, aber halt kein Muss. Und auch bei den Porschefahrern gibt es genug Deppen, die man lieber in einen Diesel sehen würde.
Ich bin halt Fan von gesundem Menschenverstand (ja, ja, setzt zu oft aus).
Grüße,
M.


StefB

Dec 13, 2005, 5:23 AM
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Re: [Merkur] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ob der Nachweis an einen Kurs gekoppelt sein muss, steht noch nicht fest. Es steht bei uns überhaupt noch nichts fest.

Das ist ein Beispiel, so wie es bei Skydive Empuriabrava praktiziert wird und dem diese DZ einen Sicherheitsgewinn auf ihrer DZ zuordnet.

Diese DZ ist sicher eine Ausnahme-DZ... tausende Skydiver aus aller Welt mit x verschiedenen Schirmen/WL/Jumpbooks etc. und viele reden nicht mal spanisch. Ein paar Tabellen an der Wand für alle lesbar. Same rules for everyone.

Ob man das 1:1 für DE übernimmt oder was besseres in F, NL oder sonstwo findet oder was selbst strickt oder garnix macht...

Im einfachsten Fall nach dem Modell von Reinier ist gerade ein CP-Lehrer am Platz oder auf dem Boogie und der schaut sich 10 aufeinanderfolgende Landungen an und drückt einem dann den Stempel "Survived 10 jumps with Devil39 or similar with 3.8 WL. Joe Doe, CP-Lizenz #007" ins Sprungbuch. Biertrinken. Fertig.

Den Sinn von Mitwindlandungen unter moderaten Bedingungen kann man z.B. darin sehen:

Nachweisbar hat sich dieser Springer "getraut" eine Mitwindlandung zu machen und er konnte sie bei der Überprüfung vor einem kompetenten Mann aka CP-Lehrer sauber ausführen.

Entweder hatte er beim Test einmaliges Glück (was hoffentlich der CP-Lehrer vorher verhindert ;-) oder er hat das Prinzip Schirmflug bis zum sanften Aufsetzen verstanden und kann es anwenden.

Es ist bekannt, dass viele furchtbare Unfälle durch Panik-Low-Turns beim Blick auf den Windsack im Landeanflug oder beim eslangtnichtmehrzumheimkommen passieren ("Scheisse muss noch gegen den Wind drehen").

Einen Teil von diesem Puckerfaktor kann man durch sanfte Schulung von Mitwindlandungen bei niedrigen Windgeschwindigkeiten abfangen.

Und die DZs können z.B. einfacher eine Swoop-LZ für höhere WL ausserhalb der normalen LZ ausweisen. Aus Platzgründen, Absetzverfahren, Springerwunsch etc. kann es vorkommen, dass dort ein höherer Anteil an Mitwindlandungen erforderlich ist als in der Haupt-LZ.

Wie der einzelne Springer damit umgeht... wenn er vor dem Einsteigen weiss, dass er grundsätzlich nicht mit Wind landen will oder nur bis x Knoten... das ist seine freie Entscheidung. In der Konsequenz halt bis zum Warten auf einen besseren Lift oder zum Wechsel des Schirms, wenn die LZ daran gekoppelt ist.

CU
Stefan


FrancoR

Dec 13, 2005, 7:41 AM
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Re: [audacium] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

In reply to:
In reply to:

Seit dem die Regelung gilt haben sich dort die Low turn Unfälle halbiert. Wenn die Regelung also
[..]

Vorweg: Die Feststellung, dass viele Springer mit ihrem WL zu forsch voranschreiten, kann ich nur unterstuetzen.

Wenn ich micht recht errinere hat Reinier das an der SiTa selbst erwähnt. Ist aber glaube ich nicht wichtig ob es nun 50% oder nur 25% gebracht hat, wichtig ist das endlich mal einer der bekannten Hebel in Bewegung gesetzt wurde. Bisher wurde immer nur diskutiert was den nun der beste Hebel ist und was man den machen könnte, mehr schulung oder weniger WL, oder vielleicht doch nix....

In reply to:
Interessieren wuerde mich aber trotzdem einmal, ob es irgendwo aussagekraeftige und verlaessliche Statistiken gibt, die eventuelle Zusammenhaenge zwischen Sprungzahl, WL, Erfahrung und Landeunfaellen aufzeigen koennen. Man hoert viel, und ich persoenlich glaube es auch sehr gerne, aber es fehlt mir die Datenbasis (wie es sie bspw. im Autoverkehr bzgl Unfallhaeufigkeit von 18-24jaehrigen
gibt). Anders herum: Fuer meinen Geschmack schlagen zu viele skygods und konservative Springer ein, als dass WL alleine alles erklaeren koennte.

Ich glaube das werden wir aus der Fallschirmsportstudie erfahren, bis dahin heißt es Hebel in Bewegung setzten die wichtigsten kennen wir auch so.


(This post was edited by FrancoR on Dec 13, 2005, 7:42 AM)


ReyNier

Dec 15, 2005, 12:02 PM
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Re: [Merkur] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Hi! Sorry für die späte Einschaltung ins Thema, 'habe erstheute von diesem thread erfahren. Zur Klärung deiner Frage: Die linke spalte besagt "nur anzuwenden wenn in den vergangenen 12 Monaten regelmässig gesprungen wurde". Ansonsten gilt das höchste Resultat. Sollte also ein Springer z.B. wegen einer Verletzung in der nahen Vergangenheit nich regelmässig gesprungen sein, ist es möglich, dass er eine Klasse zurückrutscht.


ReyNier

Dec 15, 2005, 12:09 PM
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Re: [Waldschrat] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Das Konzept sagt nichts über rechteckig oder ellyptisch aus, also kein Problem mit Deinem Schirm. Das System verbietet ausserdem keineswegs eine überschrittene Loading, sondern: Wer nach den Bestimmungen überlädt muss lediglich einem CP-Lehrer zeigen, dass er den Schirm beherrscht. Du kannst also Deinen Schirm in Empuria springen (... wenn Du ihn genug beherrscht).


ReyNier

Dec 15, 2005, 12:17 PM
Post #25 of 45 (3717 views)
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Re: [Zettel] Wingload-Regulierungsmodell der SFS Empuriabrava [In reply to] Can't Post

Ich bin einig, Menschen in Excel Tabellen darstellen ist schwierig. Wesentlich leichter ist das mit verunglückten low-turn toten.
Auch der vor langem in Deutschland eingeführte Stufenführerschein für Motorradfahrer war als "kommerziell" umstritten. Ich glaube auch hier haben sich die Meinungen mittlerweile geändert.


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